Chancenregion Franken

 

Die Positionen der JU-Bezirksverbände

Nürnberg/Fürth/Schwabach

Mittelfranken

Oberfranken

Unterfranken

 

beschlossen

am

Frankentreffen am 28. August 2004 in Hassfurt

Unsere Stärke liegt in der Vielfalt

Von Aschaffenburg bis Hof, von Treuchtlingen bis Coburg: Frankens Stärke liegt in der Vielfalt seiner Regionen, Wirtschaftsräume und Landschaften. Seit der Erweiterung der Europäischen Union ist Franken wieder im Zentrum Europas. Daraus ergeben sich eine Vielzahl neuer Entwicklungs- und Zukunftsmöglichkeiten, die jetzt genutzt werden müssen.  Die JU Bezirksverbände Nürnberg-Fürth-Schwabach, Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken werden als Vertreter der jungen Generation in Franken deshalb ihre Zusammenarbeit vertiefen.

Damit Franken eine Chancenregion im 21. Jahrhundert wird, will die JU Franken eine bessere Abstimmung bei der Struktur- und Regionalpolitik in Bayern erreichen.  Kernpunkte sind dabei die Stärkung der generationenübergreifend, aktiv-vernetzten Bürgergesellschaft, der Ausbau der fränkischen Verkehrsinfrastruktur, eine engere Zusammenarbeit im Umgang mit Förderkulissen und der Nutzung innovativer Technologien und eine wettbewerbsorientierte und innovative Bildungsregion in Franken.  

 

Metropolregion fordern – Franken stärken

 

Die Sogwirkung des Großraums Nürnberg, in dem über zwei Millionen Menschen leben und arbeiten, ist zusammen mit den Zentren Würzburg und Bayreuth bereits heute enorm. Er hat ein Einzugsgebiet, das von Neumarkt bis nach Bamberg reicht. Faktisch ist Nürnberg bereits eine Metropolregion. Daher ist es für ganz Franken von entscheidender Bedeutung, dass es als solche offiziell anerkannt wird. Metropolregionen spielen als gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungsmotoren eine immer wichtigere Rolle bei der europäischen Integration in einer globalisierten Welt. Die Bezirksverbände der JU in Franken fordern die Bayerische Staatsregierung deshalb auf, sich auf der Ministerkonferenz für Raumordnung im Frühjahr 2005 für die Aufnahme der Region Nürnberg als Metropolregion nachhaltig einzusetzen und ein umfassendes Entwicklungskonzept zu erarbeiten, das eine sowohl infrastrukturelle als auch konzeptionelle Vernetzung mit den anderen fränkischen Zentren garantiert.

 

Im Rahmen der Neufassung des Bayerischen Landesplanungsgesetzes (BayLPlG) muss der Begriff der Metropolregion darüber hinaus explizit aufgenommen werden, auch, um auf europäischer Ebene – wo dieser Planungsbegriff seit langem anerkannt ist – künftig bestmöglich aufgestellt zu sein.

 

Eine optimale Infrastruktur ist entscheidend für die Entwicklung einer Metropolregion. Die JU Franken fordert daher die Bundesregierung auf, zu ihren Zusagen zu stehen und die folgenden Verkehrsprojekte konsequent weiter zu verfolgen:

Sollte Rot-Grün auch hier seine Versprechen brechen, sollten nach Möglichkeit Zwischenfinanzierungsmodelle durch den Freistaat entwickelt werden.

Für die JU Franken ist klar, dass die zentrale Stellung als Metropolregion untrennbar mit einer großen Verantwortung für die Entwicklung des gesamten Umlandes und der angrenzenden Regierungsbezirke verbunden ist. Die Stärken und Ressourcen in Franken müssen gebündelt werden. Ein Ansatz dazu ist das bayerische Cluster-Konzept. Die einzelnen Regionen müssen verstärkt in den Bereichen Wirtschafts-, Verkehrs- und Siedlungsstruktur mit Regionalmarketing und Regional­management sowie bei der Abstimmung von EU-Förderkulissen zusammenarbeiten.

 

 

Solidarität mit den Grenzregionen üben

 
In Zusammenhang mit der Grenzregionenförderung fordert die JU Franken für Nordbayern eine gemeinsame und eng abgestimmte Förderkulisse. Die an die Höchstfördergebiete Thüringens, Sachsens und Tschechiens angrenzenden Regionen in Ober- und Unterfranken sollen dabei eine besondere Hilfe aus den Mitteln der EU, des Bundes und des Freistaates erhalten.

Besondere Solidarität übt die JU Franken mit Oberfranken: Die Region ist neben der Oberpfalz und Niederbayern das einzige Gebiet in Deutschland, das an die ehemalige Außengrenze der EU angrenzt, ohne selbst Höchstfördergebiet zu sein. Schon nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung trug Oberfranken mehr als andere Regierungsbezirke in Bayern zur Bewältigung der Lasten bei. Deshalb muss jetzt angesichts eines weiteren  Fördergefälles zu Tschechien, die Region eine besondere Anerkennung als Grenzregion erfahren, damit das Förder- und Wohlstandsgefälle abgebaut wird.

Mit durchschnittlich 8,4 Prozent Arbeitslosigkeit und einer negativen demografischen Entwicklung steht Oberfranken vor großen Herausforderungen. Die fränkischen JU-Bezirksverbände unterstützen die Forderung nach höheren Fördersätzen in bereits bestehenden Förderprogrammen oder einer überproportionalen Berücksichtigung bei der Wirtschafts- und Regionalförderung.  Im Bereich Strukturpolitik gehört dazu auch die im Zuge der Verwaltungsreform geplante Fusion und Verlagerung der Landesämter für Wasserwirtschaft und Geologie von München nach Hof und der Ausbau des Flughafens Hof-Plauen. 

Um die Zukunftsfähigkeit der Grenzregionen in Ober- und Unterfranken zu sichern, spricht sich die JU Franken gegen eine weitere Zentralisierung von Behörden in München und Altbayern aus.

 

Bildungsstandort Franken stärken

 

Die Junge Union Franken ist stolz auf den Bildungsstandort Franken. Die Hochschulen Frankens sind in der Breite sehr gut aufgestellt. Auch in mehreren „Nischenbereichen“ gehört Frankens Forschung zur Weltspitze. Die bayerische Staatsregierung wird aufgefordert, den Hochschulstandort Franken auch in Zukunft intensiv zu fördern. Im Rahmen der derzeitigen Profilbildungsmaßnahmen ist darauf zu achten, dass sämtliche Studienfelder im fränkischen Raum angeboten werden. Gleichzeitig müssen Clusterbildung und Elitenförderung forciert und ausgebaut werden.

 

 

Freie Fahrt in Franken – Verkehrsinfrastruktur ausbauen

 

Ziel unserer Verkehrspolitik muss es sein, für den nordbayerischen Raum ein leistungsfähiges und umweltverträgliches Verkehrsnetz zu schaffen und auszubauen. Neben der Stärkung des Wirtschaftsstandortes Franken steht dabei vor allem die Sicherstellung der Mobilität und die Förderung nachhaltiger Raum- und Siedlungsstrukturen im Vordergrund. Verkehrspolitik ist gleichzeitig Standortpolitik, denn eine leistungsfähige und moderne Verkehrsinfrastruktur ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der fränkischen  Wirtschafts­standorte. Daher muss die Investitionspolitik des Freistaates Bayern so ausgerichtet sein, dass ein leistungsfähiges und effizientes Verkehrssystem verfügbar ist. So sichert die Staatsregierung die dauerhafte und flächendeckende Mobilität von Menschen und Gütern.

 

Dies bedeutet aus Sicht der fränkischen JU-Bezirksverbände, dass ein ampel- und staufreier Frankenschnellweg möglichst zeitnah Realität werden muss. Eine höhenfreie Lösung ohne blockierende und Stau erzeugende Kreuzungen muss den bisherigen Überlegungen schnellstmöglich folgen. Nur so kann die Leistungsfähigkeit und die Mobilität auf ein zukunftsfähiges Niveau gebracht werden. Seit Jahren kommt es an „den Rampen“ zu unhaltbaren Lärm- und  Geruchsbelastungen. Die durch teilweise Einhausung und die durch Baumanpflanzungen entstehende Grünzone sollen die Anwohner zum einen vom Verkehr abgeschirmt werden und zum anderen von der neuen „grünen Lunge“ Nürnbergs profitieren. Der Umbau bietet erhebliche stadtentwicklungspolitische Chancen, die nicht weiter aufs Spiel gesetzt werden dürfen!

 

Somit kommen sowohl Mensch als auch Umwelt nicht zu kurz. Selbst die Kraftfahrer würden davon profitieren: Exemplarisch sei hier die durchgehende Befahrbarkeit der A73 zwischen Bamberg und der A9 und eine erhebliche Zeitersparnis aufgrund der Kreuzungsfreiheit genannt.

Damit die unbestrittenen Chancen der EU-Osterweiterung in Franken genutzt werden können, muss es auch die Verkehrsinfrastruktur nach Osten ausgebaut werden.   Dazu gehören vor allem der Ausbau der durchgehend sechsspurige Ausbau der A3 ab Frankfurt als  eine der bedeutendsten Ost-West-Magistralen über Würzburg, Nürnberg, Wien bis nach Budapest. Dringend geboten ist eine oberfränkische Ost-West-Verbindung, die über das Autobahndreieck Kulmbach/Bayreuth hinaus in Richtung Prag führt (E48). Außerdem ist die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Nürnberg-Marktredwitz-Prag erforderlich. Auch die Fertigstellung der A73 Richtung Suhl ist wichtig für die Verbindung über Oberfranken nach Thüringen und wäre im Rahmen der Osterweiterung eine wichtige Ergänzungs- und Umleitungsroute für die stark befahrenen Autobahnen A7 und A9.  Um einen Verkehrskollaps rund um Würzburg nach Fertigstellung der A71 Schweinfurt – Erfurt zu verhindern, ist die Realisierung der Westumgehung Würzburg dringend erforderlich. Dann ist die Forderung nach einem umgehenden sechsstreifigen Ausbau der A3 auch im Bereich Würzburg ausreichend.

Im Bereich des Schienenverkehrs muss der Anschluss der gesamten fränkischen Region an den modernen Fernverkehr gegeben bleiben. Notwendig ist deshalb, neben den Projekten in Nürnberg, die Erhaltung sowie der Ausbau und die Modernisierung der bestehenden ICE-Bahnhöfe in ganz Franken.

 Die Bundesregierung wird aufgefordert, neben den  Verkehrsprojekten „Deutsche Einheit“ auch die Verkehrsprojekte „Europäische Einheit“ mit Priorität zu behandeln, um die von der EU gewährten finanziellen Mittel im Rahmen der Transeuropäischen Netze (TAN) zu nutzen.

Der Zustand der Staatsstraßen ist die infrastrukturelle Visitenkarte einer Region und ein entscheidender Standortfaktor für wettbewerbs- und leistungsfähige Unternehmen. Ein gut ausgebautes Staatsstraßennetz bedeutet besonders für die Menschen im ländlichen Raum mehr Mobilität, mehr Verkehrssicherheit und größere Wettbewerbschancen.


Stärkung des fränkischen Staatsstraßenhaushaltes

Der Zustand der Staatsstraßen ist die infrastrukturelle Visitenkarte einer Region und ein entscheidender Standortfaktor für wettbewerbs- und leistungsfähige Unternehmen. Ein gut ausgebautes Staatsstraßennetz bedeutet besonders für die Menschen im ländlichen Raum mehr Mobilität, mehr Verkehrssicherheit und größere Wettbewerbschancen.

Leider werden die Staatsstraßen in einigen Teilen Frankens dem Anspruch Bayerns an eine moderne und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur noch nicht gerecht. So ist etwa die Staatsstraße 2305, die den östlichen Landkreis Aschaffenburg an die A3 und die Stadt Aschaffenburg anbindet und mit täglich 8000 Kraftfahrzeugen zu den befahrensten Staatsstraßen Bayerns zählt,  in einem Besorgnis erregenden Zustand. Obwohl Oberfläche und Fundament dieser Straße massiv beschädigt sind, wird seit fast dreißig Jahren die angekündigte Sanierung verschoben. Eine Vielzahl weiterer fränkischer Staatsstraßen befindet sich in der Dringlichkeitsstufe 1. Hinzu kommt, dass sich eine Reihe fränkischer Mainbrücken in einem sanierungsbedürftigen Zustand befinden und in ihrer Tragfähigkeit bereits eingeschränkt sind.  

Die fränkischen JU-Verbände sind der Ansicht, dass der gegenwärtige Haushaltsansatz für den Um- und Ausbau der Staatsstraßen von 52 Millionen Euro im Jahr 2004 nicht ausreichen wird, um die dringenden Projekte aller 23 bayerischen Straßenbauämter zu bewältigen. Die fränkischen JU-Verbände fordern daher eine Neuerschließung von Investitionsmitteln und eine Aufstockung des Staatsstraßenhaushaltes um mindestens weitere 30 Millionen Euro.

Bei allem Verständnis für  notwendige Einsparungen, hält es die Junge Union für ein Gebot der Generationengerechtigkeit, dringend sanierungsbedürftige Straßen nicht länger ruhen zu lassen, sondern sie entsprechend dem aktuellen Bedarf auszubauen. Denn für die oft in Anspruch genommene „künftige Generation“ macht es keinen Unterschied, ob jetzt Staatsschulden aus notwendigen Investitionen beglichen werden müssen, oder ob notwendige Investitionen in Staatsstraßen mit höherem Sachaufwand nachgeholt werden müssen. Angesichts exponentiell steigender Schäden an den Straßen wird hier ein Unterlassen für die Zukunft zu einer kaum tragbaren und nicht finanzierbaren Hypothek.

 

Stärkere Berücksichtigung des Verkehrsaufkommens bei der Bestandserhaltung

Für Maßnahmen der Bestandserhaltung an Staatsstraßen sind im Bayerischen Staatshaushalt 2004 weitere 52 Mio. Euro vorgesehen. Die Vergabe dieser Mittel orientiert sich derzeit  ausschließlich an der Quadratmeterzahl der von den jeweiligen Straßenbaubehörden zu unterhaltenden Straßenstrecken. Das Verkehrsaufkommen bleibt hierbei unberücksichtigt. Dies führt zu einem krassen Missverhältnis, wenn Strecken zwar relativ kurz sind, jedoch ein hohes Verkehrsaufkommen haben. Eine höhere Verkehrsfrequenz führt zwangsläufig zu einer höheren Abnutzung und zu häufigeren Straßenschäden. Um diese Benachteiligung auszuräumen, müssen zukünftig bei überdurchschnittlichen Verkehrsaufkommen die Mittel zur Bestandserhaltung erhöht werden.

 

Bürgernahe und effiziente Straßenbauämter

 

Nur ein eigenständiges Straßenbauamt, in dem sich alle Entscheidungsträger vor Ort befinden und schnell erreichbar sind, kann seine Aufgaben sachgerecht, effizient und bürgernah bewältigen. Bei einer übertriebenen Zentralisierung würden Entscheidungen von Sachbearbeitern getroffen, denen die Situation und auch die Beteiligten vor Ort nicht im erforderlichen Umfang bekannt sind. Die fränkischen JU-Bezirksverbände sprechen sich daher für einen Erhalt des dezentralen Netzes der Straßenbauämter, zum Beispiel auch für den Erhalt des Straßenbauamtes in Aschaffenburg aus. Die Nähe zum Ballungsraum Rhein-Main trägt  wesentlich zu den ständig wachsenden Verkehrszahlen auf den Straßen dieser Region bei. Das Verkehrsaufkommen ist am bayerischen Untermain je nach Straßenklasse um 50 bis 70 Prozent höher als der bayerische Durchschnitt und verursacht einen steigenden Unterhaltungsaufwand und Ausbaubedarf. Die mit einer Auflösung beabsichtigten Einsparungen an Personal- und Sachkosten könnten weitgehend durch eine Zusammenlegung des Straßenbauamtes mit dem staatlichen Hochbauamt erreicht werden.

 
Polizei reformieren – Franken sichern

Die fränkischen Bezirksverbände fordern die Bayerische Staatsregierung auf, die Polizeireform weiter voranzutreiben. Dabei kommt es jedoch darauf an, dass Einsparmaßnahmen auf der einen Seite, weiterhin qualitativ hochwertige Polizeiarbeit und weitest gehende Zufriedenheit bei den bayerischen Polizeibeamtinnen und –beamten auf der anderen Seite in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

Für die JU Franken steht an erster Stelle der Erhalt und die Stärkung der Bürgernähe seitens der Polizei. Deshalb lehnen wir eine mögliche Schließung von Polizeiinspektionen entschieden ab.

Bis dato gibt es noch zahlreiche Polizeistationen mit einer minimalen Besatzung von Polizeibeamten, die überdies nur untertags Dienst leisten. Die Junge Union Franken fordert deshalb die Staatsregierung auf, zunächst die noch vorhandenen Polizeistationen zu schließen, bevor man an die Schließung von Polizeiinspektionen geht.

 

Das größte Einsparpotential ist bei den Polizeipräsidien und -direktionen zu sehen. Die Junge Union Franken tritt daher für einen dreistufigen Aufbau der Polizei ein. Dieser soll wie folgt aussehen:

 

Die sieben Polizeipräsidien und 37 Polizeidirektionen sollen aufgelöst werden.

Als Ersatz dafür sollen regionale Schutzbereiche entstehen welche sowohl die Betreuung der nachgeordneten Polizeiinspektionen übernehmen als auch Kontakt zum bayerischen Innenministerium halten. Zwei Schutzbereiche je fränkischen Regierungsbezirk halten wir für sinnvoll. Die freiwerdenden Polizeibeamtinnen und –beamten sollen dann bei den Polizeiinspektionen verwendet werden. Damit würde die Polizei in der Fläche eine nachhaltige, notwendige Stärkung erfahren. Durch die erhöhte Polizeipräsenz „auf der Straße“ würde eine Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls bei den Bürgerinnen und Bürgern erreicht werden.

 

Dieses Konzept in einem Modellprojekt im Regierungsbezirk Oberfranken zu testen erachten wir als sinnvoll. Eine Strukturreform des polizeilichen Einzeldienstes muss in enger Abstimmung mit allen Betroffenen erfolgen. Der Wille zum Sparen muss dabei aus Sicht der jungen Generation stets erkennbar bleiben.

 

Selbstverständlich gilt unser Interesse einem weiterhin gut funktionsfähigen Polizeinetz. Gute Ausstattung der Polizei, gute Aus- und Fortbildung unserer Polizeibeamten müssen gewährleistet bleiben.

 

Die JU Franken spricht sich für die rasche Einführung des digitalen Polizeifunks aus. Gerade im Großraum Franken ist es wichtig, dass die Polizeibeamtinnen und –beamten bei ihrem immer schwieriger werdenden Beruf gutes Arbeitsmaterial mit an die Hand bekommen, um auch in Zukunft  den hohen Sicherheitsstandard in der Region gewährleisten zu können. 2006 steht die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Bayern an. Das bedeutet für die Polizei ein hohes Maß an Arbeit. Hier sollten alle Bereiche Bayerns durch digitalen Funk abgedeckt sein. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass eine funktechnische Harmonisierung mit den anderen deutschen Bundesländern und europäischen Nachbarstaaten erreicht werden soll. Die Sicherheit unserer Polizeibeamtinnen und –beamten muss dies wert sein.

Für die Strukturreformen des polizeilichen Einzeldienstes dürfen nicht überstürzt und im Eiltempo vorgenommen werden. Diese sollten vielmehr nach intensiven Abwägungen mit allen Beteiligten sorgfältig geplant und durchgeführt werden. Deswegen ist eine Umsetzung nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sinnvoll und angemessen.

 

Frankens Umwelt – schützen & erhalten

 

Franken ist geprägt von seiner vielfältigen und schützenswerten Weinbau- und Kulturlandschaft. Sie zu schützen, die Tradition des naturverbundenen Weinbaus  und der etwa fortzusetzen und die Zukunft unserer Region im Einklang mit Flora und Fauna zu gestalten, ist deshalb zentrales Anliegen der JU hinsichtlich der nachhaltigen Entwicklung der Region. Wir brauchen dazu kreativen Mut, gutes Regionalmarketing (Positivbeispiel: Touris­musverband Franken) und umwelttechnische Innovation.

Franken soll deshalb zur Innovationsregion für regenerative Energien werden. Die nachhaltige Ausgestaltung unserer Energieversorgung ist eines der zentralsten Themen dieses Jahrhunderts. Ausgehend von der Vorbildfunktion Bayerns müssen auch Mittel-, Ober- und Unterfranken alles daran setzen, den Anteil der regenerativen Energien am Versorgungsmix zu erhöhen. Die Bezirke sollen sich dabei vor allem auf die Optimierung gezielter Bürgerinformation und die verbesserte Koordinierung bei der Vermittlung von Zuschüssen konzentrieren. Regionale Förderkulissen helfen, den Prozess zu lenken. Zur Umsetzung der Kyoto-Ziele in Franken ermöglichen regionales Monitoring und regelmäßige amtliche Berichte eine Erfolgskontrolle.

Für die JU gelten deshalb auch für Franken die vom Europäischen Parlament geforderten Ziele: 20 bis 25 Prozent Regenerative Energien bis 2020. Auch der Ausbau der energetischen Verwertung der Biomasse ist – auf Grund der großen Entwicklungsmöglichkeiten und des hohen Wirkungsgrades – in den ländlichen Regionen besonders zu fördern. Positive Beispiele hierfür liefert das Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises Bamberg, das die energetische Verwertung des Biomülls in Zusammenarbeit mit dem Kompost- und Erdenwerk Haßberge GmbH in Knetzgau garantiert.

Für die Landwirtschaft entsteht damit eine weitere, innovative Einkommensquelle - neben landwirtschaftlicher Produktion, sanftem Tourismus und der Landschaftspflege. Letztere ist für unsere Kulturlandschaft unverzichtbar. Auf europäischer Ebene müssen die Weichen gestellt werden, um diesen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag mehr als bisher zu würdigen und zu entlohnen. Für Franken müssen in diesem Bereich alle verfügbaren Fördergelder auf Landes-, Bundes- und Europaebene abgeschöpft werden.

Selbiges gilt für den sanften Tourismus. Unsere Region hat hier bereits viel getan und einen guten Ruf. Die neue Lage im Herzen Europas wird die Bedeutung als Urlaubs- und Freizeitregion steigern. Um auf die neuen Herausforderungen reagieren und sowohl Landwirtschaft als auch Gastgewerbe gezielt fördern zu können, müssen finanzielle Mittel aller Ebenen genutzt werden.

 

 

Fränkische Biertradition bewahren

 

Gerade die fränkische Biertradition mit ihren über 340 Brauereien ist für unser Regionalmarketing einer der wichtigsten Faktoren. Aus diesem Grund fordert die JU Franken die Wiedereinführung der Biermengenstaffel wie sie bis 2003 galt, da die neue Staffel-Regelung nur die kleinen mittelständischen Brauerein trifft und damit unsere mannigfaltige Bierkultur bedroht. Unter Umweltschutzgesichtspunkten ist festzuhalten, dass gerade die kleineren Brauereien gegenüber den großen Industriebrauereien eine günstigere Energiebilanz aufweisen, da die Transportwege zum Konsumenten kürzer sind. Auch unter dem Aspekt des Ausbildungsplatzmangels in Franken gilt es den Mittelstand zu stärken, stellen doch die mittelständischen Brauereien – wie in anderen Branchen auch – über 80 Prozent der Ausbildungsplätze bereit.

 

 

Innovationsstandort Franken - Wireless Lan in den Innenstädten

 

Die Junge Union Nürnberg/Fürth/Schwabach, Mittelfranken,  Oberfranken und Unterfranken fordern in allen größeren Städten Frankens einen Bereich von rund 200 Metern im Stadtzentrum, um sich mit Hilfe von Wireless Lan ins Internet einzuloggen. Dies soll für private Anwender und für touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Ziel soll auch sein, sich schnell über die Städte informieren zu können.

 

Wireless Lan ist eine schnurlose Netzverbindung mit Datennetzen bzw. dem Internet, die z.B. über einen Laptop mit Wireless Lan- Karte funktionieren.

Als innovatives Zentren mit vielen ansässigen High-Tech-Unternehmen  wie auch Forschungseinrichtungen müssen unsere fränkischen Städte ihre Vorreiterrolle in Bayern ausbauen.  Dazu gehört, dass Besuchern und Bürgern die Möglichkeit haben, unterwegs Daten im Internet abzurufen. Die Technik wird in vielen Ländern schon angewandt und auch einige deutsche Großstädte nutzen die Möglichkeiten des Wireless Lan bereits.

Bereits durch die Einrichtung einiger Funkzellen mit einem Radius von 100 Metern oder mehr könnten zentrale Bereiche der Innenstädte in ganz Franken gut versorgt werden.

Das einzige Problem von Wireless Lan ist die geringe Reichweite der Hot-Spots. Um eine Innenstadt komplett abzudecken sind sehr viele Hot Spots nötig. Dies soll auch nicht Sinn und Zweck von W-Lan sein. Es reicht ein kleiner Bereich um sich dort informieren zu können. Gerade für Schüler und Studenten wäre es von großem Nutzen, um sich auch über eine Datenbank in interessante Daten und schulrelevante Dinge zu informieren. Es könnte zum Beispiel auch eine Art Bibliothek in diese Datenbank gestellt werden.

 

Nicht nur die Information der Städte, sondern auch der Internetzugang soll durch die Einrichtung von Hot-Spots geboten werden.  Durch einige lokale Anbieter könnte zum Beispiel die Möglichkeit,   E-mails abzurufen, ermöglicht werden. Dies funktioniert mit Hilfe einer Abrechnung durch Freischaltcodes, die man ähnlich wie Prepaid-Karten für das Handy vor der Internetnutzung kaufen muss. .

Um das Thema „Surfen auf der Parkbank“ so schnell wie möglich zu realisieren, sollten die größeren Städte in Franken versuchen, im Jahr 2005 solche Netze aufzubauen.

 

 

Verantwortung zeigen – Frankens Kulturschätze zurück in die Heimat

 

Für die JU Franken ist neben der Stärkung von Innovation und Forschung auch die Historie, in der die Region gegenüber Altbayern vielfach ins Hintertreffen geraten ist, ein wichtiges Anliegen. Kulturell liegt der Fokus in Bayern heute immer noch zu sehr auf München und Oberbayern. Seit der Säkularisation in Bayern wurden Kunstschätze mit hohem symbolischen Wert aus ganz Franken in die Landeshauptstadt gebracht.

Exemplarisch seien hier das „Fränkische Herzogsschwert“ aus dem 15. Jahrhundert (Würzburg),  die „Heinrichskrone“ (Bamberg), mehrere Werke von Albrecht Dürer, zum Beispiel die „Vier Apostel“, „Noli me tangere“ oder der „Baumgartner Altar“ (alle Nürnberg) sowie verschiedene Werke von Lucas Cranach, unter anderem die „Kreuzigung Christi“, die ursprünglich nach Aschaffenburg gehören, genannt. Ein Übereinkommen aus dem Jahr 1923 zwischen dem bayerischen Staat und dem Haus der Wittelsbacher, dass alle betroffenen Kulturgüter der heutigen Wittelsbacher Landesstiftung stets mit den Beständen des Residenzmuseums in München verbunden bleiben müssen, ist überholt.

Die JU Franken fordert die Bayerische Staatsregierung auf, alle fränkischen Kulturschätze, die seit 200 Jahren in München liegen, nach Franken zurück bringen zu lassen.

 

 

Europa im Blick – Franken im Herzen  

 

Für die junge Generation in Franken werden jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt. In der engen Zusammenarbeit der vier fränkischen JU-Bezirksverbände liegt die Chance, Entwicklungen, die alle Regionen Frankens betreffen, abzustimmen.

 

Die Erweiterung der EU hat Franken endgültig wieder ins pulsierende Zentrum Europas gerückt. Europa bleibt die Perspektive für die jungen Menschen in der Region. Wir werden uns dieser Herausforderung stellen.  Die Erweiterung ist ein eben begonnener Prozess, den wir gestalten werden. Als Exportnation können wir, kann unsere regionale Wirtschaft von der neuen zentralen Position stark profitieren. Wir, die JU-Bezirksverbände sind uns dieser besonderen Verantwortung bewusst und wollen sie gemeinsam in engster Koordination anpacken. Über dieses Engagement vor Ort hinaus aber muss auch der Rahmen passen.

 

Die JU Franken warnt deshalb ausdrücklich vor der Gefahr eines Fördergefälles und fordert von der EU, dem Bund und dem Land entsprechende finanzielle Unterstützung.

In den fränkischen Grenzregionen dürfen keine weiteren wirtschaftlichen Schäden entstehen. Entsprechend des Beschlusses des Europäischen Parlaments zur Reform der EU-Strukturfonds muss außerdem die Förderung reiner Betriebs- und damit Arbeitsplatz­verlagerungen in die neuen Mitgliedsstaaten gestoppt werden. Neue Wege fordert auch die Steuerfrage: Um unfaires Steuerdumping zu vermeiden, sollen alle 25 Mitgliedsstaaten verpflichtet werden, einen Mindestanteil ihrer nationalen Steuern für die Förderung der ansässigen Wirtschaft aufzuwenden, um eine nachhaltige Entwicklung zu garantieren und unsoziales Förderdumping zu Lasten der EU-Nettozahler zu verhindern. Bei Nichteinhaltung müssen die EU-Fördergelder gestrichen werden!

 

Alle Verordnungen und Richtlinien der EU sind generell bis 2020 zu reduzieren,  in den 25 Staaten vollends 1:1 umzusetzen und von den Behörden streng zu kontrollieren. Nur das garantiert Qualität und Sicherheit im Binnenmarkt. Für Franken ist dies ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil, da gerade in den östlichen Nachbarregionen noch deutlicher Nachholbedarf besteht. Franken kann damit nicht nur Produkte, sondern auch technisches Know-how und Sicherheit – "made in franconia" –exportieren.

Ein starkes Franken in Europa – um das zu erreichen, braucht unsere Region, gerade im erweiterten Europa und der globalisierten Welt eine Identität, ein regionales Bewusstsein. Unser Franken hat viel zu bieten – und das sollte man auch sehen. Die JU Franken setzt

sich deshalb ein, für einen sichtbaren und garantierten Schutz regionaler Marken (z.B. Nürnberger Bratwurst und Bocksbeutel) – im Bereich der Lebensmittel und darüber hinaus.

Europa muss man richtig machen – nur wenn wir die Idee EU „ernst nehmen“ und uns intensiv damit auseinandersetzen, kann unsere  Region davon profitieren.

 

 

Wir wollen ein kreatives Miteinander, den innovativen Dialog – für ein starkes Franken in Europa.